Kühbach damals

Der Ort Kühbach bestand schon vor Gründung des Benediktinerinnen-Klosters. Er gewann aber erst durch das Kloster an Bedeutung. Kaiser Heinrich II. bestätigte 1011 dem noch jungen Kloster seine Rechte. 1127 wurde die Pfarrei erstmals erwähnt.

 

Als Markt wurde der Ort schon 1392 bezeichnet. Herzog Stephan III. bestätigte 1405 dem Kloster Kühbach die Rechte zur Abhaltung von zwei Jahrmärkten "als von allters herkhommen ist". Aus diesen Jahrmärkten, die am Ulrichs-tag (4.7.) und Magnustag (6.9.) abgehalten wurden, sowie den Viehmärkten entwickelte sich Kühbach im 14./15. Jahrhundert zu einem Marktort mit Ratsverfassung. Eine Bestätigung der Marktrechte an Bürger und Rat des Marktes Kühbach erfolgte 1481. Seitdem stand neben dem stattlichen Kloster auf dem nahen kleinen Marktplatz ein Rathaus.

 

1898 errichtete man das Schulhaus am Marktplatz, das heute als Rathaus genutzt
wird. Die Pfarrkirche St. Magnus ist großenteils ein mittelalterlicher Bau, der ab
1687/88 seine jetzige äußere Gestalt und seine prunkvolle barocke Innenausstattung erhielt. Dem stattlichen Turm mit seinem alten, romanischen Unterbau wurde im Jahr 1700 ein Achteck mit Zwiebelturm und Laterne aufgesetzt.

 

In der Barockzeit war Kühbach ein kleiner Markt mit einigen ansehnlichen Brauhäusern und einer, auf die Versorgung des Umlandes ausgerichteten Handwerkerschaft. Wichtiger Arbeitgeber, bestimmender Faktor und geistlicher Mittelpunkt war das
Kloster. Die Aufhebung des Klosters 1803 bedeutete also nicht nur einen wirtschaft-
lichen Verlust für den Ort.

 

Von Herzog Max in Bayern kauften 1862 die Freiherren von Beck-Peccoz die Klostergebäude mit Landwirtschaft und Brauerei. Diese Familie hat seither ihren Sitz in Kühbach. Den Eingang zum Schlosshof durch das große Tor flankieren zwei mächtige, aus Metall gegossene Steinböcke. Sie erinnern an die Herkunft der heutigen Besitzer, deren Vorfahren aus dem italienischen Gressoney stammen.

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